Hinterrad ausbauen

Das Hinterrad auszubauen wirkt komplizierter als vorne – wegen Kette und Schaltung. Mit der richtigen Reihenfolge ist es aber in wenigen Minuten erledigt. Der wichtigste Trick: vorher richtig schalten.

Das brauchst du

  • Bei Schnellspanner: nichts
  • Bei Achsmuttern: einen Maulschlüssel (meist 15 mm)
  • Bei Steckachse: den passenden Inbusschlüssel
  • Optional: Handschuhe – die Kette ist schmutzig

Zeitaufwand: 5 bis 10 Minuten.

Schritt 1: In den richtigen Gang schalten

Das ist der entscheidende Schritt. Schalte hinten auf das kleinste Ritzel (höchster Gang) und vorne aufs kleinste Kettenblatt.

So sitzt die Kette ganz außen und hat maximales Spiel. Das Rad lässt sich dann viel leichter herausnehmen und später wieder einsetzen.

Schritt 2: Bremse öffnen

Bei Felgenbremsen die Bremse aushängen, sonst passt der Reifen nicht zwischen den Belägen durch:

  • V-Brake: den gebogenen Metallbügel aus der Halterung aushängen
  • Rennrad-Felgenbremse: den kleinen Hebel am Bremskörper öffnen

Bei Scheibenbremsen entfällt das.

Schritt 3: Rad lösen

Je nach Befestigung:

Schnellspanner: Hebel aufklappen, bei Bedarf ein paar Umdrehungen lösen.

Achsmuttern: Beide Muttern mit dem Schlüssel gegen den Uhrzeigersinn lösen – nicht ganz abschrauben.

Steckachse: Hebel öffnen und die Achse herausdrehen.

Schritt 4: Schaltwerk zurückziehen

Jetzt kommt der Teil, der vorne wegfällt. Fass mit einer Hand das Schaltwerk (die bewegliche Einheit hinten am Rahmen) und zieh es nach hinten weg.

Dadurch gibt die Kette den Weg frei und das Ritzelpaket löst sich aus der Kette.

Schritt 5: Rad herausnehmen

Heb das Fahrrad leicht an oder dreh es um. Das Hinterrad fällt nach unten aus den Ausfallenden.

Führe es dabei ein Stück nach vorn, damit die Kette vom kleinsten Ritzel gleitet. Bei Sicherungsnasen musst du das Rad etwas kippen.

Schritt 6 (bei Scheibenbremse): Vorsicht

Drück nach dem Ausbau nicht den Bremshebel. Ohne die Bremsscheibe schließen sich die Bremskolben, und der Wiedereinbau wird mühsam.

Ein gefaltetes Stück Pappe zwischen die Beläge klemmen, dann kann nichts passieren.

Wieder einbauen

Der Einbau ist der kniffligere Teil – in umgekehrter Reihenfolge:

  1. Die Schaltung steht noch im höchsten Gang (kleinstes Ritzel) – so muss es auch sein
  2. Rad von unten in die Ausfallenden führen
  3. Die Kette aufs kleinste Ritzel legen – der obere Kettenstrang läuft dabei über das Ritzel
  4. Schaltwerk wieder loslassen, das Rad rutscht in Position
  5. Achse mittig einschieben, Schnellspanner schließen oder Muttern festziehen
  6. Bremse wieder einhängen

Schritt für Schritt kontrollieren

  • Läuft das Rad mittig zwischen den Streben?
  • Dreht es sich frei, ohne zu schleifen?
  • Greift die Bremse wieder?
  • Schalte einmal durch alle Gänge – sitzt die Kette sauber?

Häufige Fehler

Das Rad sitzt schief: Achse nicht vollständig in den Ausfallenden. Lösen, gerade bis zum Anschlag einschieben, festziehen.

Die Kette ist nach dem Einbau ab: Beim Einsetzen nicht sauber aufs Ritzel gelegt. Rad nochmal lösen, Kette korrekt auflegen, Schaltwerk zurückziehen, Rad einsetzen.

Der Schnellspanner klappt zu leicht zu: Zu locker. Öffnen, die Rändelmutter auf der Gegenseite etwas anziehen, erneut schließen – er soll auf den letzten Millimetern deutlich Kraft brauchen.

Bremse schleift: Bei Felgenbremsen sitzt das Rad nicht mittig. Lösen, ausrichten, festziehen.

Falls du nicht weiter kommst schau dir gerne ein Video an.

Nabenschaltung

Kettenschaltung

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