Kette reinigen und ölen

Fahrradkette reinigen und ölen

Eine verdreckte Kette macht Geräusche, schaltet schlecht und verschleißt schneller. Die Reinigung dauert etwa 30 Minuten und kostet dich außer etwas Öl fast nichts.

Das brauchst du

  • Kettenreiniger oder Entfetter (alternativ: Spülmittel und heißes Wasser)
  • Eine alte Zahnbürste oder Spülbürste
  • Lappen oder alte Handtücher
  • Kettenöl (kein WD-40 – dazu unten mehr)
  • Optional: Kettenreinigungsgerät für etwa 15 Euro
  • Zeitung oder Karton als Unterlage

Zeitaufwand: 30 Minuten aktiv, danach 15 Minuten Einwirkzeit fürs Öl.

Wann ist es Zeit?

Als Faustregel alle 200 bis 300 Kilometer, nach Regenfahrten oder wenn die Kette quietscht. Ein guter Test: Fahr mit dem Daumen über die Kette. Bleibt eine dicke, schwarze Schicht zurück, ist sie überfällig.

Schritt 1: Fahrrad vorbereiten

Stell das Rad so, dass sich die Pedale frei drehen lassen – im Montageständer, aufgehängt oder umgedreht auf Sattel und Lenker.

Leg Zeitung darunter. Kettendreck ist hartnäckig und geht aus Fliesenfugen kaum wieder raus.

Schalte auf das größte Kettenblatt vorne und das kleinste Ritzel hinten. So liegt die Kette gestreckt und du kommst überall dran.

Schritt 2: Groben Schmutz entfernen

Wisch die Kette erst trocken ab. Nimm den Lappen zwischen Daumen und Zeigefinger, umfasse die Kette und dreh die Kurbel rückwärts. Mehrmals wiederholen, den Lappen zwischendurch umschlagen.

Damit ist schon die Hälfte des Drecks weg – bevor Reiniger ins Spiel kommt.

Schritt 3: Reiniger auftragen

Sprüh oder trag den Entfetter auf die Kette auf, während du die Kurbel langsam rückwärts drehst. Zwei komplette Umläufe reichen.

Lass ihn ein bis zwei Minuten einwirken. Nicht länger – der Reiniger soll den Schmutz lösen, nicht antrocknen.

Schritt 4: Bürsten

Nimm die Zahnbürste und arbeite dich rundherum vor. Achte besonders auf die Zwischenräume der Kettenglieder – dort sitzt der Dreck am festesten.

Vergiss die Ritzel und das Kettenblatt nicht. Zwischen den Zähnen sammelt sich oft eine schwarze Paste aus altem Öl und Straßenstaub.

Mit Reinigungsgerät: Öl einfüllen, das Gerät um die Kette klemmen und die Kurbel etwa 20-mal rückwärts drehen. Die Bürsten im Inneren erledigen die Arbeit. Deutlich sauberer als von Hand, aber nicht zwingend nötig.

Schritt 5: Abspülen und trocknen

Spül die Kette mit klarem Wasser ab. Halte den Strahl niedrig – kein Hochdruckreiniger, der drückt Wasser in die Lager von Nabe und Tretlager.

Trockne die Kette gründlich mit einem Lappen. Dann das Rad zehn Minuten stehen lassen, damit auch das Wasser aus den Gelenken verdunstet. Eine feuchte Kette rostet innerhalb weniger Stunden.

Schritt 6: Ölen

Jetzt kommt der Teil, bei dem am meisten falsch gemacht wird.

Setz einen Tropfen Öl auf jedes Kettenglied – und zwar auf die Rollen an der Innenseite der Kette, dort wo sie sich bewegt. Dreh die Kurbel dabei langsam rückwärts. Eine komplette Umdrehung genügt, danach hat jedes Glied seinen Tropfen.

Lass das Öl zehn bis fünfzehn Minuten einziehen.

Schritt 7: Überschuss abwischen

Wisch die Kette anschließend von außen wieder trocken. Das klingt widersprüchlich, ist aber entscheidend: Öl gehört in die Kette, nicht darauf. Was außen glänzt, zieht nur Staub an und wird zur Schleifpaste.

Nach dem Abwischen soll die Kette matt aussehen, nicht ölig.

Welches Öl?

  • Trockenschmierstoff für Sommer und trockene Strecken – zieht weniger Staub an
  • Nassschmierstoff für Herbst, Winter und Regen – hält länger, verschmutzt aber schneller
  • Universal-Kettenöl ist für Alltagsräder völlig ausreichend

Was nicht taugt: WD-40 und ähnliche Kriechöle sind Rostlöser, keine Schmiermittel. Sie verdrängen sogar vorhandenes Öl aus den Gelenken. Zum Lösen festsitzender Teile gut, zum Schmieren ungeeignet.

Speiseöl und Motoröl sind ebenfalls keine Alternative – ersteres wird harzig, letzteres ist zu zäh.

Häufige Fehler

Die Kette quietscht nach dem Ölen weiter: Wahrscheinlich sitzt das Öl nur außen. Nochmal auf die Rollen auftragen, einziehen lassen, außen abwischen.

Nach kurzer Zeit wieder schwarz: Zu viel Öl. Beim nächsten Mal sparsamer auftragen und gründlicher abwischen.

Rost nach dem Reinigen: Die Kette war beim Ölen noch feucht. Nächstes Mal länger trocknen lassen.

Wann eine neue Kette fällig ist

Kein Reinigen der Welt hilft gegen Verschleiß. Eine gelängte Kette frisst Ritzel und Kettenblätter mit auf.

Grober Test: Zieh am größten Kettenblatt die Kette nach vorn weg. Lässt sie sich mehr als einen halben Zahn abheben, ist sie verschlissen. Genauer geht es mit einer Kettenverschleißlehre für unter zehn Euro.

Bei Alltagsrädern hält eine Kette meist 2000 bis 3000 Kilometer – mit regelmäßiger Pflege deutlich länger.

Wenn du nicht weiter kommst schau dir gerne das Video an.

Hat dir die Anleitung zum reinigen und ölen der Kette geholfen?

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